Die Tradition der Pharmazie geht in Gratzen bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. In jener Zeit ließ Franz Leopold von Buquoy eine Hofapotheke in einem Teil der Residenz auf dem Stadtplatz errichten. Sie war reichlich ausgestattet mit Heilmitteln, technischen Vorrichtungen und Gefäßen. Später wurde sie im Kloster von den Serviten weiterbetrieben. Im Jahr 1775 wurde eine neue Apotheke am Stadtplatz eröffnet, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Betrieb war. Nach ihrer Auflösung in den 1960er Jahren wurde das Inventar im Schloss gelagert. In den 1990er Jahren wurde beschlossen, die barocke Apotheke in unmittelbarer Nähe des Stadtplatzes wieder einzurichten. Heute können hier Besucher duftende Kräuter und Tees erstehen oder sich an der Schönheit des historischen Inventars erfreuen.